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DEFAULT : Schokoladenvergiftung beim Hund
15.11.2018 11:21 (78 x gelesen)

Schokoladenvergiftung beim Hund

Weihnachtszeit – Schokoladenzeit. Was für uns ein Genuss ist, kann für unsere Vierbeiner lebensgefährlich werden. Sicher ist Ihnen bekannt, dass Schokolade für Hunde, aber auch Katzen sowie Pferde u.a. giftig werden kann. Doch ab welcher Menge wird Schokolade für meinen Hund gefährlich und welche Symptome sind typisch?



Der für den Hund hauptsächlich giftige Stoff in Schokolade ist Theobromin, ein Alkaloid. Alkaloide sind den Aminosäuren strukturverwandte Substanzen, welche in der Regel in Pflanzen vorkommen. Sie können aber auch synthetisch hergestellt werden. Alkaloide haben vielfältige Wirkungen auf Organismen und deren Stoffwechsel. Bekannt sind Ihnen bestimmt auch Alkaloide wie Nikotin, Coffein, Morphin, Atropin, Kokain und viele, viele mehr. Schuld ist v.a. die langsame Verstoffwechslung beim Hund (Halbwertszeit 17,5Std. im Vgl. zu 2-3Std. beim Menschen) wodurch die Schokolade giftig wird.

Die minimale letale,d.h. tödliche Dosis beim Hund beträgt 100mg Theobromin/kg Körpergewicht.

Milde Symptome sind ab 20mg/kg, lebensbedrohliche/kritische Zustände ab einer Dosis von 60mg/kg möglich.

Hier einige Beispiele:

Eine Tafel (100g) 70%igeSchokolade kann für einen 30kg Labrador lebensbedrohlich werden.

2-3 Tafeln müsste er schon von einer Zartbitterschokolade fressen und ganze 9 Tafeln Milchschokolade müsste er aufnehmen, um in einen lebensbedrohlichen Zustand zu geraten.

Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theobromin.

Mit ganz freundlicher Erlaubnis von Herrn Dr. K Sommer aus München, verweisen wir mit folgendem Link zu dessen Homepage. Er hat einen Rechner entwerfen lassen mit dem sich ganz schnell eine mögliche Schokoladenvergiftung aufzeigen lässt.

https://www.tierarzt-sommer.de/schokoladenvergiftung-beim-hund/

Theobromin wirkt ähnlich wie Koffein erregend auf den Organismus.

Milde Symptome sind Erbrechen, Durchfall, vermehrter Durst und Harnabsatz. Diese treten schon innerhalb von 2-4Stunden nach Aufnahme auf. Schwerwiegendere Symptome beim Hund können Erregungszustände, Ataxien (schwankender/holpriger Gang), Zittern, Hecheln, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, Krämpfe, Herzrasen, Herzrhytmusstörungen bis hin zum Herzstillstand sein.

Etwas Positives an dieser Stelle:

Die Magenentleerungzeit bei Hund (und Katze) beträgt, je nach Partikelgröße und Menge, bis zu 4Stunden - beim Hund meist sogar länger. Daher lohnt sich eine Magenentleerung beim Hund meist auch noch nach 4 Stunden.

Trotzdem sollte immer so schnell wie möglich nach Aufnahme jeglicher Mengen Schokolade (Individuelles Gefahrenpotential/zusätzliche Erkrankungen, Kummulationsgefahr) ein Erbrechen beim Tierarzt! herbeigeführt werden. Gegebenenfalls kann dieser bei milden Vergiftungserscheinungen auch schon ein Dekontaminierungsverfahren einleiten (Aktivkohle, Abführmittel etc.)

Sollten bereits beschriebene schwerere Symptome bei Ihrem Tier aufgetreten sein und eine Aufnahme von Schokolade (natürlich auch jedes anderen Giftstoffes) ist bekannt, machen Sie sich sofort auf den Weg in die Klinik, da Ihr Tier wahrscheinlich stationär aufgenommen werden muss. Melden Sie sich auf den Weg dorthin telefonisch an, damit man auf Ihre Ankunft bestens vorbereitet ist.

Quellen:

Lehrbuch der Pharmakologie und toxikologie für die Veterinärmedizin – Frey/Löscher, 4.Auflage

https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/bitv/zi040853.pdf

w.msd-tiergesundheit.de/binaries/2013_4_MSD_Giftkarte_Hund_tcm82-58344.pdf


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