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Aktuelle Informationen von Ihrer Tierarztpraxis Heinecke

DEFAULT : Durchfälle in Norwegen
26.09.2019 19:50 (523 x gelesen)

Blutige Durchfälle bei Hunden in Norwegen

Liebe Tierbesitzer,

da bereits einige besorgte Tierbesitzer an uns heran getreten sind, möchten wir Sie heute über die aktuellen Geschehnisse in Norwegen informieren.

Gemeint sind die seit einigen Wochen vermehrt auftretenden, teils massiven Durchfälle mit Todesfällen bei Hunden in Norwegen.

Die hier verarbeiteten Informationen sind vom 25.09.2019, von den Homepages der Norwegischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und dem Norwegischen Veterinärinstitut mit Hauptsitz in Oslo. Herr Volksdorf (amtl. TA, LK Lüneburg) hatte uns ebenfalls zu Beginn der Woche mit vergleichbaren Daten informiert.



Demnach wurden in den letzten Wochen Umfragen mit norwegische Tierärzten durchgeführt, um mehr Erkenntnisse über Ursachen und mögliche Zusammenhänge der auch bis heute noch recht rätselhaften Durchfälle zu erlangen.

Fakt ist, dass seit Anfang August diesen Jahres bis zu 200 Fälle von Hunden mit ähnlichen Symptomen, aber unterschiedlichen Schweregraden bekannt sind, wovon 173 blutige Durchfälle aufwiesen. 43 Tiere seien lt. Behörde bisher verstorben, frühzeitig behandelt ist eine vollständige Genesung aber möglich.

Die Erkrankung betraf nur Hunde, aber verschiedenster Rassen (90 verschiedene Rassen) und ganz unterschiedlichen Alters.

Die meisten Fälle gab es in Ost-Norwegen, sie sind aber über das ganze Land verteilt.

Die Umfragen ergeben bisher, dass es sich in der Regel um Einzeltiererkrankungen auch in Mehr-Hund Haushalten handelt(e), die Ansteckungsgefahr also sehr gering zu sein scheint. Die norwegische Bevölkerung wird aber dazu angehalten alle möglichen Ansteckungsrisiken (Hundekontakte, fremdes Futter/Wasser) zu minimieren, bis man genauere Daten vorweisen kann.

Zudem sind die Fallzahlen derzeit wieder rückläufig (Achtung, hier handelt es sich nur um die über die besagte Umfrage bekanntgewordene Fälle).

Die norwegischen Tierärzte sind aufgefordert, alle Verdachts-Erkrankungen zu melden und aussagekräftige Proben einzuschicken.

Wirklich bekannt ist bisher leider noch nicht viel.

Das norwegische Veterinärinstitut und verbundene Behörden sind der Ansicht, dass mehrere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden können:

Paroviren, Circoviren, Coronaviren, Giardien und Cryptosporidien, Milzbrand, EHEC, Tularämie, Campylobacter und Salmonellen, Hefen- und Pilzgifte, zeckenübertragbare Krankheiten.

Bei 12 von 15 obduzierten Hunden konnte das Bakterium Providencia alcalifaciens nachgewiesen werden. Es ist bekannt dafür Durchfälle auszulösen, aber nicht in diesem Maße und schon gar nicht mit teils tödlichem Ausgang. Es kommt häufig in Krankenhäusern zu Begleitinfektionen immungeschwächter Patienten mit diesem Bakterium. Es ist gegen die Wirkung vieler sich aktuell in der Tiermedizin in Verwendung befindlicher Antibiotika immun.

Außerdem konnte häufig das Bakterium Clostridium perfringens nachgewiesen werden. Es ist vor allem Tierärzten in Verbindung mit Durchfallerkrankungen (z.B. nekrotisierenden Enteritiden) im Nutztierbereich ein Begriff.

Einig ist man sich, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen zu handeln scheint. Die zur betreffenden Zeit hohen Temperaturen und Niederschlage im Land seien wohl zusätzliche begünstigende (klimatische) Faktoren. Man sei weiterhin auf der Suche nach möglichen Auslösern und/oder anderen Quellen.

Liebe Tierbesitzer, leider muss ich Sie heute mit diesen wenig zufriedenstellenden Informationen verabschieden. Wir bleiben dem Thema aber auf den Fersen und informieren Sie, sobald neue/bessere Erkenntnisse gewonnen werden konnten.

Ihre Tierarztpraxis.


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